Schulentwicklung „Re-MIKS“ an GTVS Ottakring

10. November 2022

Basierend auf den Ergebnissen einer Interventionsstudie zur Schulentwicklungsinitiative MIKS (Mehrsprachigkeit als Handlungsfeld interkultureller Schulentwicklung), die an Hamburger Grundschulen seitens der Universität (2016-2019) durchgeführt wurde, wird nun in Wien-Ottakring von der K.o.M.M.M. mit Rainer Hawlik als Fortbildner an einem Schulstandort eine revisionierte, maßgeschneiderte Schulentwicklung initiiert, die  – weit über eine Sensibilierungsmaßnahme am Standort hinausgehend – den Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht werden soll und die Lehrer*innenschaft als Team verstärkt einen soll.

Als Basis der Überlegungen gelten die ab 2023/24 gültigen neuen Lehrpläne für Erstsprachenunterricht, DaZ und Deutsch in der Primarstufe. Beim ersten Termin mit dem Steuerungsteam am 08.11.2022 wurden gemäß der in Hamburg entwickelten Qualitätsmerkmale für Inhalte und Arbeitsformen des Schulentwicklungskonzepts zunächst drei der zehn Merkmale bearbeitet: „Sichtbar- und Hörbarmachen der Mehrsprachigkeit im Schulleben“, „Verknüpfung der Fortbildung mit Schulprogrammen“ (im Fall der GTVS Ottakring: QMS, Wiener Bildungsversprechen, UNICEF) und „Entwicklung leicht umsetzbarer Unterrichtsvorhaben“.

Ein Volksschulkollegium, das sich für eine Teilnahme an der Re-MIKS-Qualifizierung entscheidet, wird über die gesamte Dauer hinweg von einem Fortbildner bzw. einer Fortbildnerin begleitet. Die Aufgaben des Fortbildenden sind dadurch geprägt, dass sich das Hamburger MIKS-Konzept durch eine partizipative Transferstrategie auszeichnet, (Lange 2019). Das bedeutet konkret:

Die Re-MIKS-Qualifizierung wird gemeinsam mit der Volksschule vorbereitet. In Gesprächen mit der Schulleitung klärt der Fortbildende z.B., durch welche inhaltlichen Schwerpunkte und speziellen Arbeitsweisen sich die Schule auszeichnet, welche Sprachen von den Familien, Lehrkräften und Pädagog*innen gesprochen werden und welche Ziele die Schule mit der Teilnahme an der Re-MIKS-Qualifizierung verfolgt.

Es gibt keinen externen Transfer, das heißt, das Kollegium evaluiert fertige Vorhaben, die in anderen Kontexten entwickelt wurden, um sie für den eigenen Standort ggf. zu adaptieren. Das Kollegium wird zusätzlich in der Entwicklung neuer Vorhaben unterstützt: Es gilt die Sprachen der Kinder in den eigenen Unterricht und spezifischen Schulalltag einzubinden und eigene Praxisvorhaben zu entwickeln (Lange 2019), die Vorgaben parallel geführter Schulentwicklungsprogramme (QMS, Wiener Bildungsversprechen, etc.) aufgreifen. 

  • Während der Qualifizierung erhält das Kollegium Gelegenheit, an eigenen Entwicklungsvorhaben zu arbeiten. Wenn ein Kollegium z.B. das Thema Grundwortschatz bearbeiten möchte, wird dieses unter der Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit von der Fortbildnerin aufgegriffen. Weitere Beispiele für schuleigene Entwicklungsvorhaben sind die Vernetzung von Unterrichtsalltag und Ganztagsbetreuung oder die Zusammenarbeit mit Eltern, (Lange 2019). In der GTVS Ottakring gilt es in den Folgeterminen ein Entwicklungsvorhaben zu erarbeiten.
  • Als Teil der Qualifizierung werden dem Kollegium auf Wunsch theoretische Begriffe und Erkenntnisse der Mehrsprachigkeitsforschung vermittelt. Auf dieser Grundlage erfolgt ein Austausch zwischen Fortbildnerin und Kollegium mit dem Ziel, ko-konstruktive Entwicklungs- und Lernprozesse anzustoßen. Auch die Auseinandersetzung innerhalb des Kollegiums und die Arbeit mit den Kindern und Eltern sollen für die Entwicklung eines produktiven Umgangs mit Mehrsprachigkeit genutzt werden, (Lange 2019). Auf Wunsch der GTVS Ottakring wird nun ein Workshop organisiert, den mehrsprachige Lehrer*innen die bei TRIO mitarbeiten, konzipieren werden.

Literatur: Lange, I. (2019). MIKS – ein inklusives Professionalisierungs- und Schulentwicklungskonzept im Handlungsfeld Mehrsprachigkeit. QfI – Qualifizierung für Inklusion, 1(1), doi: 10.21248/QfI.20 

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